Kindergartenkonzept

  

   Einleitung

1. Träger

2. Kindergarten im Überblick

3. Pädagogik

3.1. Didaktik

        Der situationsorientierte Ansatz

        “Offene Arbeit”

       Sprache: didaktische Prinzipien

3.2. Methodik

       Tagesstruktur

4. Ziele

5. Kinder

6. Eltern

7. Team

8. Qualitätsmanagement

9. Quellenangaben

 

 Das Sind Wir: Der Kindergarten der Deutschen Schule IGS in Ho Chi Minh City - Viet Nam

Der Kindergarten der IGS ist Spiel–, Entwicklungs- und „Lern“-Raum für Kinder, der nach den Vorgaben der Deutschen Bildungsprogramme arbeitet und sich am „Qualitätsrahmen für Kindergarten und Vorschule an deutschen Schulen im Ausland“ orientiert.

 

„Zwei Dinge sollen Kinder bekommen: Wurzeln und Flügel“

Johann Wolfgang von Goethe

1.         Struktur

Im August 2012 wurden die Deutsche Schule, HCMC (IGS) mit dem Kindergarten und der darin integrierten Vorschule eröffnet.

Seit dem Schuljahr 2013/2014 arbeitete die Vorschule mit zwei Gruppen als Teil der Grundschule.

Zu Beginn des Schuljahres 2014/15 wurde der Kindergarten um die Zipfelzwerge (Krabbelgruppe) erweitert.

Als grundlegende Strukturänderung wird zum Schuljahr 2015/16 die Vorschulgruppe nur noch die Schülerinnen und Schüler umfassen, die zukünftig in die 1. Klasse wechseln werden. Neben den Zipfelzwergen wird es entsprechend zwei Kindergartengruppen geben, die altersmäßig aufeinander aufbauen.

 

2.         Kindergarten im Überblick

Die Räume des Kindergartens befinden sich im Erdgeschoss der Kinder-Villa. Neben einem geräumigen Eingangsbereich, der auch als Bewegungsraum genutzt werden kann, liegen ein Spielraum, ein Schlafraum, sowie ein Toberaum. Die Küche wird als Multifunktionsraum u.a. für Projekte genutzt. Im Aussenbereich befindet sich eine großflächige, überdachte Terrasse, die auch als Essbereich genutzt wird.

Im ersten Stock sind die Toddler/Krippengruppe untergebracht. Die Gruppenstärke umfasst im Kindergarten 15 und in der Krippengruppen maximal 12 Kinder.

Das Büro liegt ebenfalls im ersten Stock und wird auch als Besprechungsraum genutzt.

Die Villa ist von einem eigenen, zur Schule hin abgetrennten, großen, naturnahen Außengelände mit vielen unterschiedlichen Spielmöglichkeiten umgeben und bietet den Kindern vielfältige Anregungen. Ein Garten, der auch Schatten spendet, wird zum Lebens-und Lehrraum. Die Gruppenräume des Kindergartens sind kindgerecht ausgestattet mit einem Spielzentrum, mit Bau- und Leseecke, die je nach Bedarf auch umgestaltet werden können. Toiletten sind auf jeder Etage zu finden. Für den Frühstücksimbiss, das Mittagessen und den Snack am Nachmittag sorgt ein Caterer, der in enger Zusammenarbeit mit dem Kindergarten das Angebot erstellt. Die Kinder des Kindergartens frühstücken um 9 Uhr; die Mittagsmahlzeit wird um 11:30 Uhr eingenommen. Zwischen 15 Uhr und 15.30 Uhr laden wir zu einem kleinen Mittagssnack ein.

Im Interesse aller Kinder bitten wir die Eltern, auf die Zugabe von Süßigkeiten für den Kindergartentag zu verzichten; mit Ausnahme eines Festes – da dürfen sie gerne mitgebracht werden!

Öffnungszeiten:

Montag bis Donnerstag          8 Uhr – 16:15 Uhr

Freitag                                     8 Uhr – 14:30 Uhr

Ein kostenpflichtiger Schulbus steht zur Verfügung. Der Bus holt die Kinder am Morgen an verschiedenen Stationen zu festen Zeiten ab. Die Abfahrtszeiten von der Schule sind um 14.15 Uhr am Freitag, an den anderen Tagen um 16 Uhr. Die Kinder verlassen an ihrer entsprechenden Station den Schulbus, wo sie abgeholt werden. Ein Mitarbeiter der IGS begleitet die Fahrten.

Während der Eingewöhnungsphase und nach Absprache können Kinder individuell gebracht und abgeholt werden. Zum Wohle des Kindes ist eine gute Zusammenarbeit zwischen Eltern und Kindergarten von grundlegender Bedeutung. Regelmäßig finden thematisch ausgerichtete Treffen statt, in denen auch ein kontinuierlicher Erfahrungsaustausch über Vorstellungen, Wünsche und Bedürfnisse aller Beteiligten Raum findet. Vierteljährlich oder bei Bedarf finden Entwicklungsgespräche statt.

Nach rechtzeitiger Anmeldung und auf Anfrage sind interessierte Eltern mit ihren Kindern willkommen, den Kindergarten am Vormittag zwischen 9 Uhr und 11:30 Uhr zu besuchen, um Mitarbeiter, Kinder, Spiel- und Lernmaterial sowie die Räumlichkeiten kennenzulernen. Kinder des Kindergartens sind ebenfalls herzlich dazu eingeladen.

Die Ferienzeiten sind angelehnt an die Schulferien. Ein Ferienprogramm wird angeboten.

 

3.         Formen der Pädagogik

Das pädagogische Konzept des Kindergartens basiert auf dem situationsorientierten Ansatz und der Philosophie des offenen Kindergartens. Die Kinder gehören dabei zu ihrer altersentsprechenden Stammgruppe. Im Folgenden werden Hinter- und Beweggründe unseres pädagogischen Handelns erläutert.

 

3.1.      Didaktik – der „situationsorientierte Ansatz“, "Offene Arbeit"

Der situationsorientierte Ansatz

Ein Kindergartenkind lernt zunächst vorwiegend handlungs- und erfahrungsbezogen. Seine emotionalen Prozesse, die ganz aktuellen Bedürfnisse und seine Spontaneität spielen beim Lernen eine sehr wichtige Rolle. Für die tägliche Praxis werden deshalb Inhalte, Methoden und Medien unter Berücksichtigung der aktuellen Situation im Einzelnen konkret ausgewählt. Auswertung von Beobachtungen und weitere Kenntnisse z.B. der Lebensumstände des Kindes sind der Rahmen für die Strukturierung der individuellen Bildungs- und Erziehungsarbeit. Der situationsorientierte Ansatz ist deshalb aktuell und bietet viele Möglichkeiten der ganzheitlichen Förderung auf folgenden drei Ebenen:

  • Auf der Kognitive Ebene lernt das Kind seine unterschiedlichen Erfahrungen und Erlebnisse für die Kommunikation zu nutzen. Das ist für die allgemeine Sprachentwicklung von besonderer Bedeutung – dazu wird Sprache aber auch benötigt.
  • Auf der Emotionalen Ebene lernt es seine Interessen zu verwirklichen, beziehungsweise auf Gruppeinteressen Rücksicht zu nehmen.
  • Auf der Handlungsebene wird Erlebnis- Gedanken- und handlungsbezogenen Lernweisen Rechnung getragen.  

Ausgehend von diesen drei Ebenen legen wir den Fokus auf das Erreichen verschiedener Kompetenzen. Das sind beispielsweise: die personale -, die soziale-, die Sach- und die emotionale Kompetenz. Sprachkompetenz wird als Schlüsselkompetenz für die Entwicklung des Kindes und der Entwicklung seiner interkulturellen Kompetenz angesehen und entsprechend gefördert. Es geht jedoch nicht darum, Projekte und Angebote für Kinder zu planen, um bestimmte Defizite aus Sicht der Erwachsenen zu beheben, sondern vielmehr um „das Ansetzen am Kind und seinen Lebensplänen“ (Armin Krenz *1952). Diese Arbeit schließt ein planvolles und strukturiertes Vorgehen ausdrücklich ein.

„Offene Arbeit”

Das Konzept der „offenen“ Kindergartenarbeit basiert auf einem Projekt von 1988. Axel Jan Wieland und Gerhard Regel suchten nach einem Kindergartenkonzept, dass die Aufnahme aller Kinder in einen gemeinsamen Kindergarten ermöglicht. Im „offenen“ Kindergarten bekommt jeder Raum – auch der Außenbereich – eine spezielle Funktion.

 

Drei Säulen der „offenen“ Arbeit im Kindergarten:

  • Jedem Kind wird bedingungslose Wertschätzung entgegengebracht.
  • Jeder Tag ist bedeutend für die Entwicklung des Kindes.
  • Die pädagogischen Fachkräfte sind Lehrende und Lernende zugleich.

 

Die Kinder unseres Kindergartens sind nicht ausschließlich ihren Stammgruppen zugeordnet. Sie können sich daneben auch den Personen und Gruppen anschließen, die für sie Sympathieträger sind. Ihr Spiel-, Beschäftigungs- und Bewegungsraum ist nicht so stark eingeengt wie der in der herkömmlichen Gruppenarbeit. Mit ihren Aktivitäten dürfen sich die Kinder ausbreiten. Durch diesen Freiraum reduziert sich das Regelwerk und das Konfliktpotential auf ein sinnvolles Maß - sowohl zwischen den Kindern als auch zwischen Erzieher und Kind. Beim Kind liegt die letzte Entscheidung, seine Arbeit zu unterbrechen oder sie zu beenden. Angefangene Arbeiten werden beschildert, müssen nicht Anderem weichen und zerstört werden, sondern können zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werden.

Dem natürliche Bewegungsbedürfnis der Kinder wird durch die offene Kindergartenarbeit besser entsprochen. Außerdem ermöglichen wir den Kindern dadurch viele verschiedene Entfaltungsmöglichkeiten. Durch Regeln, die den Kindern verständlich gemacht werden, bekommt das Zusammenleben im Kindergarten einen Halt und eine verlässliche Form. Sie sind Orientierungspunkte für Kinder und Erwachsene und helfen, Klarheit zu behalten.

 

 

            Didaktische Prinzipien der Sprache

 

Im Bildungsbereich der Deutschen Sprache gehen wir davon aus, dass sprachliche Strukturen in einer bestimmten Reihenfolge ins Zentrum gerückt werden sollten, wobei ein Zeitrahmen, der nicht beliebig verkürzbar ist, einzuhalten ist. Unserer Arbeit liegt auch die Fremdsprachendidaktik von M. Pienemann zugrunde. Spracherwerb braucht in vielen Bereichen viel Zeit. Sprache wird zwar nicht im traditionellen Sinn gelehrt, aber durch eine geeignete und systematische Strukturierung der Förderung beim Lernen in kleinen Sprachgruppen können die Kinder unterstützt werden. Die „Gebrauchsbasierte Grammatik“ der Deutsche Sprache – nach Dr. H. Behrens - steht daneben im Vordergrund. Jeweils zu Beginn und am Ende eines Kindergartenjahres wird der Sprachstand des Kindes erhoben; bei Bedarf kann das nach 5-6 Monaten 1 weiteres Mal erfolgen. Allgemein verfolgen wir das Prinzip „Eine Person, eine Sprache“. Diesem Motto entsprechend werden alle Aktivitäten geplant.

Der Erwerb der Englischen Sprache bleibt bis zum Eintritt in die Vorschule im Hintergrund.

 

3.2.      Methodik

Freispiel, Angebot, Neigungs- und Arbeitsgemeinschaften

Die für die Kinder verantwortlichen Personen teilen mit den Kindern den Lebensraum, nutzen ihre und deren Leidenschaften, stecken sich gegenseitig damit an, lachen miteinander und leben in verlässlicher Bindung und Beziehung. Um mit den Kindern ganzheitlich zu lernen und sie in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit zu begleiten, zu fördern und zu fordern, bieten wir vielfältige Angebote. Das Material und die unterstützenden Aktivitäten der pädagogischen Fachkräfte sind so angelegt, dass ein Kind Handlungen bewältigen kann, die es ohne Unterstützung noch nicht bewältigen könnte. Im täglichen Zusammenleben haben Lern-, Lehr- und Erfahrungsangebote - auch im Freispiel - einen eindeutigen Aufforderungscharakter. Die Auswahl der Angebote richtet sich nach den Interessen und Bedürfnissen der Kinder, die durch gezielte Beobachtungen ermittelt und ausgewertet werden. Allen pädagogisch arbeitenden Kollegen ist gemein, dass sie die Lebenssituation jedes Kindes berücksichtigen und stets mit der Lust, der Kraft und Energie der Kinder arbeiten. Den Rahmen bilden zeitliche und räumliche Orientierungspunkte eines Tages, einer Woche, eines Monats und des Jahreslaufes.

Selbstwert und Selbstbewusstsein

Im Vordergrund steht für das Kind, sich selbst zu entdecken, zu erkennen und zu verstehen – im Freispiel, in der Annahme und Durchführung eines Arbeitsangebots und bei der Teilhabe an Projektgestaltung. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit während all dieser Tätigkeiten ist, den Prozess der Ich- Findung des Kindes zu unterstützen und die kindliche Individualität, Originalität und Kreativität zu bestärken. Damit entwickelt sich ein grundlegend positives Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein.

 

Positive Grundeinstellung

Wenn ein Kind sich bejaht und geliebt fühlt, werden seine vielfältigen menschlichen Grundfähigkeiten zur Entfaltung kommen. Als da sind: zuhören können, mitzufühlen, zu staunen und sich zu freuen, Grundneugier zu entwickeln, traurig zu sein, sich trösten zu lassen, anderen zu vertrauen, sich beschenken zu lassen, Konflikte zu lösen, Kompromisse zu akzeptieren und verzeihen zu können. Mit dieser positiven Grundeinstellung zu sich selbst und zu den Mitmenschen wird es Teil der Gesellschaft, lernt sich selbstbewusst zu äußern, kann Bindungen eingehen, Konflikte erleben, aushalten und lösen und auf andere Kulturen offen zugehen.

 

Vertrauen und Geborgenheit

Auf der Basis von Vertrauen und Geborgenheit bauen Kinder sichere Kontakte zu anderen. Sie bewegen sich dabei auch ausgelassen, tobend - und immer zum eigenen Vergnügen. In unserem Kindergarten bekommen sie die Möglichkeit, ihren Bewegungsimpulsen zu folgen. Körpererfahrungen werden spielerisch gemacht, durch eigene Erfahrungen und in den Übungen des täglichen Lebens wird Selbstständigkeit trainiert. Durch geeignete und altersentsprechende Angebote werden dem Kind günstige Entwicklungsbedingungen geboten, durch das Raum- und Materialangebot werden Lernreize zum eigenen Experimentieren geschaffen.

 

Interkulturelle Offenheit

Der Kindergarten der IGS ist wie die uns umgebende Gesellschaft multikulturell. Die Kinder sprechen Vietnamesisch, Englisch und Deutsch. Täglich gibt es Sprachanreize, die die Kinder zum freien Sprechen motivieren. In anregender Atmosphäre lernen sie, sich mit anderen Kindern und Erwachsenen über ihre Erfahrungen und Erlebnisse auszutauschen. In diesem Alter ist das fehlerfreie Sprechen sekundär!!!

 

Transitionen
Der Umzug von Deutschland nach Saigon, u.U. die Trennung von Eltern oder Großeltern, von Freunden, Erziehern, Nachbarn, Tod, Übergänge in den Kindergarten, innerhalb des Kindergartens, in die Schule ... dies alles sind wechselnde Situationen – Transitionen -, die ein Kind befähigen, Resilienz - d.h. Widerstandsfähigkeit - zu erwerben. Der Kindergarten fördert dies durch Ermutigung des Kindes, durch Rituale, durch angemessene Anforderungen und realistische Erwartungen. Wir geben Hilfestellung und ermöglichen Erfolgserlebnisse.

 

Kreativität
Ihre Ausdrucksform findet sich u.a. im Rollenspiel, im bildnerischen Gestalten. Kreativ sein heißt, vielfältige Wege zu suchen und sich nicht so sehr von einer einzigen Lösung überzeugen zu lassen. Kinder werden angeregt, mit vielfältigen Materialien umzugehen, sie dabei kennen zu lernen und ihre persönlichen Ausdrucksformen zu entdecken. Dabei kommt es darauf an, die Erfahrung der Sinne zu erleben, diese mit einzubeziehen und ihnen Aufmerksamkeit zu schenken: zu sehen, zu riechen, zu fühlen, zu schmecken und zu hören. Unverzichtbare Materialien dazu sind Sand und Wasser, Knetmasse, Kleister, Farben, Papier sowie alle natürlichen Stoffe wie Steine, Stöcke und Blätter, Wolle, Obst und Gemüse - und Blumen in der Vase. Kreativität bedeutet ebenso, selbst nach Problemlösungen zu suchen und zu finden. Zeitraum steht zur Verfügung.

„Die Arbeit läuft dir nicht davon, wenn du deinem Kind den Regenbogen zeigst. Aber der Regenbogen wartet nicht, bis du mit der Arbeit fertig bist.“ aus China

 

Partizipation
Kinder sind schon sehr früh in der Lage, bei Angelegenheiten, die sie betreffen, mit zu entscheiden. Im Kindergarten der IGS wird diese Eigenverantwortung gefördert zum Beispiel durch die Wahl des Spielpartners, des -orts oder der Dauer des Spiels. Durch die Mitgestaltung des eigenen Tagesplans lernen sie auch, Wünsche und Gefühle zu äußern und eigene Vorstellungen zu realisieren.

 

Schaffung von Lernreizen

Eine anregende Bildungsumgebung wird geschaffen, durch die die Kinder aktive Anregung erhalten. Interessieren, motivieren - die Kinder haben Zugang zu den verschiedenen Bildungsbereichen und bekommen Impulse. Sie werden ermutigt ‚es selbst zu tun’. Die Verwirklichung ihrer eigenen Ideen hat Priorität. Mit großer Sorgfalt werden die Bildungsbewegungen und die Fragen der Kinder wahrgenommen und dokumentiert.

Um jedes Kind optimal zu fördern, wird es in die jeweiligen Wochen- und Monatsthemen - Elemente aus allen wichtigen Entwicklungs- und Wissensbereichen - eingebunden. Diese Bereiche finden sich im Curriculum wieder.

 

Zitat „Geborgenheit, Liebe und Vertrauen sind Voraussetzungen dafür, dass positive kindliche Entwicklung stattfindet. Über die Spielfähigkeit findet das Kind zur Schulfähigkeit in seiner ganzheitlichen Bedeutung. “ Gerhard Regel

 

Tagesstruktur

 

Dies ist das Beispiel für einen Tagesablauf und dient als Orientierungshilfe. Abweichungen und Änderungen sind situativ denkbar und möglich.

 

8:00 Uhr        Allgemeine Begrüßung.

Freies Spiel in allen Bereichen.

 

8:30 Uhr        Gemeinsamer Tagesanfang im Morgenkreis

 

9:00 Uhr        gemeinsames Frühstück

 

9:30 Uhr        Englisch ind zwei Gruppen

 

10:30 Uhr        Tagesangebote in maximal 2 Bereichen bis ca. 11:10 Uhr.

 

11:20 Uhr        In allen Bereichen Ordnung kontrollieren und Zähneputzen vor dem Essen.

 

11:30 Uhr        Mittagessen.

 

12:00 Uhr        allgemeine Mittags-Ruhe-Zeit

 

14:00 Uhr        Aufwach-Zeit

 

14:10 Uhr        Freies Spiel

 

14:45 Uhr        Behutsames letztes Wecken der „Langschläfer“.

 

15:30 Uhr        Ordnung kontrollieren und herstellen/gemeinsames Aufräumen.

 

15:35 Uhr        Abschlusskreis

 

15:45 Uhr        Ende des Kindergartentages – Abholzeit bis 16:15 Uhr

 

Feste und Feiern sind etwas Besonderes im Jahreslauf und bieten Gelegenheit, Kontakte zwischen allen Eltern, den Kindern, Lehrern und Erziehern zu intensivieren und gleichzeitig Bräuche und Traditionen kennen zu lernen und weiterzugeben. Wir feiern z.B. das vietnamesische Mondfest, St. Martin, Nikolaus, das Tet-Fest, Karneval, Frühlings- oder Osterfest. Zum Jahresschluss laden wir ein zum Sommerfest.

Ein ganz besonderes Fest ist für jedes Kind die eigene Geburtstagsfeier im Kindergarten, zu dem es einen Kuchen, kleines Gebäck oder Süßigkeiten mitbringen kann. Damit sind alle zur Feier an den festlich gedeckten Tisch eingeladen. Geburtstagskerzen, eine Krone und ein von den Kindern selbst hergestelltes Geschenk bilden einen Höhepunkt. Das Geburtstagskind ist König/ Königin des Tages und sucht sich Spielpartner und Spiele für die Gruppenfeier aus.

 

4.         Ziele

Im Kindergarten der IGS sollen sich die Kinder wohlfühlen und glücklich sein. Sie sollen gerne in den Kindergarten gehen und hier vieles erfahren. In allen Kompetenzbereichen bieten wir ihnen vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten. Damit sollen sie Stärke entwickeln, um sich gut ausgestattet kommenden Veränderungen stellen zu können. In der praktischen Umsetzung der Ziele und Werte gibt es konzeptionelle Schwerpunkte, die unter Punkt 3.2. und im Curriculum näher beschrieben sind. Neben der Sprache geht es vorrangig auch um die Stärkung der Persönlichkeit des Kindes, die Förderung weiterer seiner Stärken und die Stärkung der Sozialkompetenz. Daraus erwächst emotionale Stabilität. Schwächen werden auf ein Mindestmaß reduziert.

 

5.         Kinder

Die Kinder des Kindergartens kommen zumeist aus interkulturellen Partnerschaften und bringen infolge dessen Mehrsprachigkeit mit. Ein Jedes hat seine ganz spezielle Persönlichkeit und bringt seinen eigenen „Rucksack“ mit an Fragen, Ideen und Erfahrungen. Gemeinsam sollen diese Ressourcen ausgepackt und weiter entwickelt werden.

 

6.         Eltern

Die Eltern stehen neben ihren Kindern im Vordergrund des Interesses. Sie werden regelmäßig über wichtige Vorgänge im Kindergarten informiert, beispielsweise durch:

  • Aushang des Projekt-, Wochen- oder Monatsplans
  • Liedermappe
  • „Portfolio“ – ein Archiv über die Entwicklung eines Kindes
  • Dokumentationen
  • Infos an der Elternpinnwand

Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ermöglicht ein besseres Verständnis für jedes Kind. Über den regelmäßigen gegenseitigen Schriftverkehr im Notizbuch, welches das Kind in seiner Tasche mitbringt, fließen Informationen über sein Befinden, über Veränderungen, Erlebnisse und Besonderheiten in beide Richtungen. An regelmäßig stattfindenden Elternabenden findet neben Erfahrungs- und Informationsaustausch auch Inhaltliches und Organisatorisches seinen Platz. Einmal vierteljährlich laden wir zu einem gemeinsamen Mittagstreff ins „Café International“ in unsere Räumen ein. Mailkontakt zwischen Eltern und Kindergarten ist selbstverständlich. Wichtig ist uns ein ehrliches, offenes Miteinander bei gegenseitigem Respekt. Die Elternschaft bildet die Elternversammlung und wählt einen Elternvertreter für den Elternbeirat der IGS.

 

7.         Team

Zu unserem Kindergartenteam gehören:

  • 1 Leitungskraft + Gruppenleitung
  • 1 Erzieher im Praktikum
  • 1 vietnamesische Assistentin.

Die Kolleginnen arbeiten kooperativ miteinander und stehen im ständigen Informationsaustausch. Zweimal wöchentlich findet eine Teamkonferenz statt. Wir diskutieren und reflektieren über die eigene Arbeit und die Kinder. Dokumentation und Planung sind fester Bestandteil auch dieser Konferenzen.

 

8.         Qualitätsmanagement

Dies ist grundsätzlich ein wichtiger Teil der Kindergartenarbeit. Dokumentation über Arbeits- und Bildungfortschritte der Kinder führen wir in Entwicklungsberichten. Portfolios können eingesehen werden. In regelmäßigen Teamsitzungen und Konferenzen auch mit der Schule wird die geleistete Arbeit evaluiert. Kontinuierlich werden Tages- Wochen- und Jahresabläufe geplant und gestaltet. Die Überwachung der Rahmenbedingungen wie Einrichtungs- und Raumqualität ermöglichen den sicheren Qualitätsstandard, der auf den Ergebnissen basierend auch ausgebaut werden kann.

Grundlage bildet der „Qualitätsrahmen für Kindergarten und Vorschule“ des Goethe Instituts und der Pädagogischen Hochschule Freiburg.

  • Qualität der frühen Sprachförderung

Wichtig ist, dass das Lernen an die Entwicklung der Kinder angepasst ist. Als bewährte Methoden bieten wir erlebende Beschäftigungen wie Forschen und Entdecken an. Von entscheidender Bedeutung ist, das Potenzial der Kinder zu nutzen. Im Kindergartenalter verfügen sie über eine sehr hohe natürliche Motivation zum Erlernen einer Sprache. Mit allen Sinnen - durch Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen, Sehen, Singen, Sprechen, Klatschen und Lachen – erfahren die Kinder Sprache. Hauptsache, sie haben Spaß und kommen zwanglos und ohne jeden Leistungsdruck damit in Berührung. Durch häufigen Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung wird Langeweile vermieden. Allerdings: Eine Garantie auf Lernerfolg gibt es nicht. Verschiedene empirische Untersuchungen haben gezeigt, dass Kinder nicht automatisch eine Fremdsprache auf muttersprachlichem Niveau erlernen, wenn sie vor dem Alter von sechs Jahren damit beginnen. Mit Verweis auf die Bedürfnisse und die Bedeutung der sozial-emotionalen Ausgangssituation der Kindergartenkinder wird in den „Nürnberger Empfehlungen“die Bedeutung der Bedürfnisse des Kindes beim frühen Fremdsprachenlernen betont:„Ein Kind hat das Bedürfnis , sich in der Lernumgebung geborgen zu fühlen -

Zuneigung zu empfangen und sich selbst zeigen zu können -

Gefühle auszudrücken, sich zu freuen und anderen Freude zu bereiten -

Sich mit andern zu verständigen, sich mitzuteilen -

Zu spielen, tätig zu sein, sich zu bewegen und austoben zu können -

Sich gestalterisch auszudrücken -

Erfolgserlebnisse zu haben und gelobt zu werden -

Neues zu erfahren, zu erleben, zu lernen, zu entdecken, aktiv zu forschen -

Neu Erfahrenes in Rollenspielen nachzumachen und so emotional zu verarbeiten.“

Aus der neueren Hirnforschung kommen Belege für die große Bedeutung der Emotionen und der Körperlichkeit als Qualitätskriterien des frühen Sprachenlernens. Wir tragen diesen Erkenntnissen Rechnung.

 

9. Quellenangaben

Der situationsorientierte Ansatz im Kindergarten. Armin Krenz. Herder Verlag

Kindgemäßes Lernen im Vorschulalter. Gerhard Regel. ebv Rissen

Der offene Kindergarten. Vielfalt der Formen. I. und M. Becker-Texter. Herder Verlag

Fremdsprachendidaktik. Manfred Pienemann

Gebrauchsbasierte Grammatik. Dr. Heike Behrens

Alters- und entwicklungsgemäße Begleitung der Kinder. Hering, J; Nickel, S. (Hrsg. 2007)

Nürnberger Empfehlungen. Widlok, B. et. al. 2010

Qualitätsrahmen für Kindergarten und Vorschule an Deutschen Auslandsschulen vom Bundesverwaltungsamt- Zentralstelle für das Auslandsschulwesen ZfA

Internetrecherche

www.bibernetz.de/wws/fruehes-fremdsprachenlernen-vorbild-kanada.php

www.familie.de/lernen-kita

 

 

Stand: 22.04.2015

 

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