Kinderkrippenkonzept
Konzeption für die Krabbelgruppe/Krippe des Kindergartens der Deutschen Schule IGS in HCMC/VN
1. Allgemeine Informationen zum Arbeitskonzept
1.1. Anschrift
1.2. Historie und Trägerschaft
1.3. Räumlichkeiten und Gestaltung
1.4. Anmeldung, Aufnahme und Kosten
1.5. Öffnungszeiten und Personal
1.6. Verpflegung
1.7. Qualitätssicherung
2. Pädagogisches Konzept
2.1.Allgemeines zu unseren pädagogischen Schwerpunkten/Erziehungszielen
2.2.Übergang Familie/Kinderkrippe (Eingewöhnung)
2.2.1. Übergang von der Krippe in den Kindergarten
2.3.Schlüsselsituationen im Tagesablauf
2.3.1. Bringen und Abholen
2.3.2. Essen in der Krippe
2.3.3. Schlafen und Ruhen
2.3.4. Sauberkeitserziehung
2.3.5. Spielen drinnen und draußen
2.4.Tagesablauf
2.5.Im Dialog mit den Eltern
3. Curriculum
4. Quellenangaben
1. Allgemeine Informationen zum Arbeitskonzept
1.1. Anschrift
Kindergarten und Krabbelgruppe befinden sich auf dem Areal der Deutschen Schule (IGS).
1.2. Historie und Trägerschaft
Der Kindergarten ist eine Einrichtung der Stiftung Bildung und Handwerk mit Sitz in D- Paderborn und wurde im August 2012 eröffnet. Entsprechend des Bedarfs entwickelte sich der Ganztagskindergarten seit 2012 aus einer Gruppe in zwei Vorschulgruppen, einer Kindergartengruppe (Sonnengruppe) und der sich jetzt daraus neu entwickelnden Krippe, der Sternengruppe. Diese wird am … eröffnet. Unser Betreuungsangebot ist für 5 bis 10 im Alter von 1,6 -3 Jahren ausgerichtet/ausgelegt. Grundlage der Konzeption für die Einrichtung sind die gesetzlichen Vorgaben des Landes Thüringen.
1.3. Räumlichkeiten und Gestaltung
Im Außenbereich werden die gesetzlichen Vorgaben von 10m² Betreuungsfläche pro Kind mehr als erfüllt, da der Kindergarten eigene Frei/Spielflächen im Außenbereich der Kindergarten-Villa nutzen kann.
Als Innebereich steht für die Krippengruppe der Erste Stock einer großen Villa zur Verfügung. Hier stehen den Kindern der einladende Eingangsbereich, ein Gruppenraum, ein Ruheraum, eine Bau- und Puzzelecke und ein Toberaum zur Verfügung. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, die Räumlichkeiten altersgerecht zu gestalten und die Weiterentwicklung der Kinder in unsere Entscheidungsprozesse mi t einzubeziehen.
Weitere Bereiche wie Garderobe, Toiletten, Küche entsprechen ebenfalls den gesetzlichen Anforderungen.
1.4. Anmeldung, Aufnahme und Kosten
In einem ersten Kennlerngespräch mit der Schulleitung und nachfolgend mit der Kindergarten- und/oder Gruppenleiterin können Eltern einen Eindruck von der Krippenarbeit erhalten. Betreuungsbedarf und weitere individuelle Bedürfnisse (Eingewöhnungsphase, etc.) können dabei direkt geklärt werden. Eine verbindliche Anmeldung kann nach dem Abschlussgespräch mit dem Schulleiter direkt im Sekretariat der IGS getätigt werden. Die Gebühren für einen Krippenplatz belaufen sich auf derzeit 6.800,-- € jährlich. Kosten für die Mahlzeiten werden gesondert berechnet und belaufen sich auf 560,-- € pro Schuljahr.
1.5. Öffnungszeiten und Personal
Die Öffnungszeiten unserer Krabbelgruppe entsprechen denen des Kindergartens. Montag bis Donnerstag 8.00 Uhr bis 16.15 Uhr.
Freitag 8 Uhr – 14:30 Uhr. Neben den Betreuungszeiten werden den MitarbeiterInnen vom Gruppendienst Verfügungszeiten gewährt. Diese Verfügungszeit dient der Vor- und Nachbereitung des Gruppenalltags sowie Elternarbeit, Verwaltungsaufgaben und Reflexion der geleisteten Tätigkeiten. Wir folgen den Empfehlungen des Thüringer Gesetzes zu den Feldern Bildung und Betreuung von Kindern in Tageseinrichtungen. Dem entsprechend sind zu den Öffnungszeiten zwei ausgebildete (pädagogische)Fachkräfte gleichzeitig in der Einrichtung tätig. Um den gesetzlichen Rahmenbedingungen folgen zu können, sind drei pädagogische Fachkräfte einzuplanen. Daraus ergibt sich, dass durch das Einplanen dieser Verfügungszeiten drei Mitarbeiterinnen in der Kindergruppe tätig sind, damit die kontinuierliche Doppelbesetzung gewährleistet werden kann. Unerlässlich ist die Mitarbeit einer vietnamesischen Assistentin, die neben vielfältigen Aufgaben in der Gruppe auch als Dolmetscherin für Kinder und pädagogische Fachkräfte eingesetzt wird. Sie kann wahlweise an Stelle der dritten Fachkraft eingesetzt werden und als Springerin arbeiten.
1.6. Verpflegung
Gemeinsame ausgewogene Mahlzeiten sind pädagogischer Bestandteil unseres Konzepts. Entsprechend der Öffnungszeiten nehmen die MitarbeiterInnen mit den Kindern ein gemeinsames Frühstück, ein Mittagessen und eine kleine Nachmittagsmahlzeit ein. Die Verpflegung der Krabbelgruppe wird vom Schulcaterer übernommen. Die Kinder werden somit professionell, abwechslungsreich und kindgerecht ganztätig versorgt.
Bei Allergien oder Unverträglichkeiten seitens des Kindes kann ein individuelles Menü in Absprache mit der Schulleitung und dem Caterer vereinbart werden.
1.7. Qualität
Aufbau und Umsetzung systematischer und kontinuierlicher Entwicklungsprozesse, die sich sowohl auf die Konzeptentwicklung, die Umsetzung als auch die Evaluation des Kindergartens beziehen, sind selbstverständlich. Fortbildungen, gemeinsame Reflexionen der Arbeit und Fortschreibung der Konzeption sichern die Qualität der pädagogischen Arbeit. Die MitarbeiterInnen haben das Recht und die Pflicht, sich regelmäßig fortzubilden. Zusätzlich schließt der Kindergarten einmal jährlich für einen Studientag, um gemeinsam die Konzeption fortzuschreiben und neue Entwicklungen zu berücksichtigen.
Pädagogisches Konzept
2.1.Allgemeines zu unseren pädagogischen Schwerpunkten/Erziehungszielen
In unserer Arbeit mit den Kindern ist uns wichtig, dass wir jedes Kind individuell in seiner Entwicklung begleiten, es ernst nehmen und jederzeit mit Respekt behandeln. Dafür schaffen wir eine wohlüberlegte, nach kindlichen Bedürfnissen gestaltete, liebevolle und harmonische Atmosphäre, in der sich das Kind – und seine Eltern – sicher und wohlfühlen können. Dabei verzichten wir nicht auf das Setzen von Grenzen oder das Austragen von Konflikten, aber wir wollen die Kinder stets fair behandeln, ihnen Mut machen und ihren Stolz wecken. Wir fördern, dass Kinder sich kreativ ausdrücken, indem sie malen, tanzen, musizieren, etwas bauen. Dafür schaffen wir Räume, in denen sie kreativ werden können und geben ihnen gutes Material und jede Unterstützung dafür.
Kleine Kinder lernen eifriger und unermüdlicher als jemals danach in ihrem Leben. Sie brauchen Herausforderungen, um neue Fähigkeiten zu erwerben und zu erproben. Wir verstehen es als unsere Aufgabe, Kindern immer wieder Lernanlässe zu schaffen, mit denen sie ihre Wissbegier und Erfahrungsfreude stillen können. Sie brauchen uns als Vorbilder, Unterstützer, als Mitspieler und Berater. Wir lassen sie erleben, dass wir für sie da sind. Und sie brauchen uns als Spiegel ihrer Entwicklungsschritte und Lernerfolge.
Feedback erhalten sie und ihre Eltern durch Portfolios und Entwicklungsgespräche, in denen sie etwas über ihr eigenes Lernen, ihre Stärken und Lernchancen erfahren.
Wer weiß, was er schon alles gelernt hat – und wie ihm das gelungen ist - erwirbt Stolz und Zuversicht und bewegt sich motiviert auf die nächsten Lernschritte zu.
2.2.1.Übergang Familie / Kinderkrippe - Eingewöhnung
Wir nehmen uns Zeit, Wünsche und Vorlieben des Kindes kennen zu lernen und tauschen uns mit den Eltern dazu aus. Wir besprechen mit Mutter / Vater:
- Sorgen, Befürchtungen bzgl. der Trennung vom Kind
- Wie wir Erwachsenen für das Kind aktiv sein können
- Wie wir uns gut abstimmen können, um dem Kind gemeinsam Sicherheit zu vermitteln
- Wie wir gemeinsam dafür sorgen können, dass das Kind sich auf die neue Situation positiv einlassen kann
- Die Bedeutung des Zeitraums, in dem sie ihr Kind begleiten
- Ihr Verhalten, wenn sie das Kind in die Krippe begleiten.
Als erste mögliche Maßnahmen empfehlen wir, das Krippenkind schon im Vorfeld auf die Trennungssituation und Eingewöhnungszeit vorzubereiten. Dies können sein:
- Schlüsselsituationen wie z.B. Wickeln, Füttern o.ä. von bekannten Personen (mit- ) ausführen zu lassen
- Kurze Trennungsversuche bei bekannten Personen
- Besuch einer Spielgruppe
- Besuch von Spielplätzen
- Kontakte zu anderen Kindern.
In der Krabbelgruppe dann ist Mutter / Vater der „sichere Hafen“ für das Kind. Eltern sollten sich während der Eingewöhnungsphase in der Kinderkrippe grundsätzlich passiv verhalten und ihr Kind allein bzw. mit anderen spielen lassen. Lockerer Blickkontakt unterstützt die Ablösungsaktionen des Kindes. Das Kind kann durch Gesten oder Blicke ermuntert werden, sich in die neue Umgebung zu trauen. Jederzeit wird zugelassen, dass sich das Kind für einen Moment bei Mutter/Vater ausruht. In dieser ersten Zeit knüpfen wir gemeinsam mit den Eltern eine tragbare Bindung zum Kind. Hat das Kind Vertrauen in uns gefasst und kann sich dann gut von den Eltern verabschieden, beobachten wir es weiter, um ihm Angebote zur Unterstützung seiner Entwicklung zu machen. Wir stärken es in seinen Vorlieben. Im Alltag und in besonderen Angeboten fordern und fördern wir es in seiner Selbsttätigkeit geduldig und gelassen. Dabei nutzen wir die natürliche Neugierde und Lernfreude des Kindes und regen es an, die neue „Welt“ auszuprobieren und selbst zu erfahren. Die Eingewöhnungszeit unterteilen wir in vier Phasen:
- Grundphase
Die Mutter / der Vater kommt mit dem Kind zusammen in die Einrichtung. Sie bleiben ca.
eine Stunde zusammen im Gruppenraum und nehmen danach das Kind wieder mit nach Hause. In den ersten drei Tagen KEIN Trennungsversuch!
- Erster Trennungsversuch
Einige Minuten nach der Ankunft im Gruppenraum verabschiedet sich Mutter / Vater vom Kind, verlässt den Raum und bleibt in der Nähe. Ziel: vorläufige Entscheidungshilfe über die Dauer der Eingewöhnungszeit.
- Stabilisierungsphase
Nach den ersten Trennungsversuchen wird im Sinne des Kindes entschieden, ob eine kürzere ca. einwöchige oder eine längere Eingewöhnungszeit von 2 – 3 Wochen wichtig ist. Während der kürzeren Eingewöhnungszeit bleibt Mutter / Vater in der Einrichtung, während die Zeiträume des Kindes im Gruppenraum vergrößert werden. Im Verlauf der längeren Eingewöhnungszeit findet erst ab dem 7. Tag ein erneuter Trennungsversuch statt. Erst wenn die Fachkraft das Kind dabei trösten kann. werden in den nachfolgenden Tagen die Zeiträume im Gruppenraum ohne Mutter / Vater vergrößert. Mutter / Vater bleiben aber in der Einrichtung.
- Schlussphase
Mutter / Vater hält sich nicht mehr im Kindergarten auf, ist jedoch jederzeit erreichbar, falls die Tragfähigkeit der neuen Bindungsbeziehung zur Fachkraft noch nicht ausreicht, um das Kind in besonderen Fällen aufzufangen.
Unser Ziel ist es - in Kooperation mit den Eltern – dem Kind das Vertraut-werden mit uns, dem Kindergarten und den Kindern langsam zu ermöglichen. Es soll Sicherheit und Orientierung dadurch erfahren, dass eine vertraute Bindungsperson ihm dabei zur Seite steht. Abgeschlossen ist die Eingewöhnung, wenn die Fachkraft vom Kind als sichere Basis akzeptiert wird und es sich von ihr trösten und beruhigen lässt.
2.2.1. Übergang von der Krippe in den Kindergarten
Wenn das Kind 3 Jahre alt geworden ist, wechselt es von der Krabbelgruppe in eine Regelgruppe des Kindergartens. Diese 2. Übergangssituation bedeutet für das Kind einen erneuten Ablöse- und Trennungsprozess, der von uns, den Eltern und der Fachkraft des Kindergartens begleitet wird.
2.3.Schlüsselsituationen im Tagesablauf
2.3.1. Bringen und Abholen
Kinder sollen den Tag bei uns positiv beginnen und sich zum Schluss gut verabschieden können. Daher achten wir darauf, dass
- wir jedes Kind individuell begrüßen
- sich Eltern und Fachkräfte in der Begrüßungsphase Zeit nehmen, damit das Kind in Ruhe ankommen kann, Zeit für einen kleinen Informationsaustausch ist und Eltern und Kind sich in Ruhe verabschieden können
- jedes Kind sein Begrüßungs- und Verabschiedungsritual entwickelt und pflegt, welches ihm Sicherheit vermittelt.
2.3.2. Essen in der Krippe
Kinder in der Krabbelgruppe sollen lernen können, wie sie zunehmend selbstständiger essen und trinken können. Dafür halten wir unterschiedliche Tische und Stühle in unterschiedlichen Höhen bereit. Ebenso bieten wir unterschiedliches Geschirr und Besteck an. Es steht immer ein Getränkeangebot mit angemessenen Bechern bereit. Wir bieten ausgewogene Ernährung an. Fürs Frühstück und die Nachmittagsmahlzeit können die Kinder Obst, Gemüse oder Ähnliches mitbringen. Kleine Mahlzeiten bereiten wir ab und zu selbst mit den Kindern zu. Wir möchten auf jede Art von Süßigkeiten und Softdrinks verzichten. Die bleiben den Kinderfesten vorbehalten.
2.3.3. Schlafen und Ruhen
Kinder im Alter bis zu 3 Jahren brauchen Schlafen und Ruhe; auch um Kraft für neue Eindrücke und neue Erlebnisse zu schöpfen. Wir achten darauf, dass
- individuelle Schlafplätze geschaffen sind, wo eigenes Bettzeug, Kuscheltier o.ä. vorhanden sind, damit sich das Kind wiederfinden und sich geborgen fühlen kann
- es Rituale zum Einschlafen gibt, die das Kind beruhigen können
- wir die Kinder auch während der Ruhezeit beachten, damit wir reagieren können, wenn sie uns brauchen
- jedes Kind zu Beginn unterschiedliche alters- und bedürfnisbedingte Schlaf- und Ruhezeiten benötigt.
2.3.4. Sauberkeitserziehung
Die Kinder entwickeln und entdecken ihrer Persönlichkeit entsprechend ihre eigene Körperlichkeit. Damit sie zunehmende Selbstständigkeit erreichen können, bedarf es zum Einen der kindgerechten Ausstattung mit Wickeltisch (mit Treppe) und Krippentoiletten und zum anderen der Einbeziehung der Eltern, damit die Schritte des Kindes beidseitig angeregt werden. Daneben ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Sauberkeitserziehung eine gute Bindung zum Kind. Wir begleiten darum unsere Tätigkeiten wie das Wickeln, Hände waschen o.ä. auch sprachlich und greifen Rituale des Kindes in diesen Prozessen gerne auf, um ihm Sicherheit und Wohlgefühl zu vermitteln. Bei anderen Prozessen, wie z.B. in der Essenssituation, sind wir uns unserer Vorbildrolle bewusst und fordern das Kind auf, auszuprobieren, mitzumachen, zu experimentieren und auch spielerisch z.B. mit Puppen oder Teddys das Erlebte nachzuempfinden und so zu vertiefen.
2.3.5. Spielen und Bildung - drinnen und draußen
Jedes Kind ist von Geburt an mit allen Kräften dabei, sich die Welt anzueignen, indem es aktiv und kompetent spielt und lernt. Unsere Rolle ist es, das Kind individuell dabei zu begleiten, es anzuleiten und zu unterstützen. Wir bieten den Kindern eine lernfördernde Umgebung, indem wir anregungsreiche Räume gestalten und vielfältige Materialien zur Verfügung stellen. Unser Auftrag ist Erziehung, Bildung und Betreuung - vielfältig in den Bereichen Motorik, Sprache, Kreativität und Musik. Wir verfolgen das Ziel, die Entwicklung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Person zu ermöglichen. Dadurch, dass wir seine Grundbedürfnisse erfüllen, bieten wir dafür eine sichere Basis. Eine Hauptkomponente dabei ist das Spiel, durch das weitere Bildungsprozesse in Gang gesetzt werden können.
Für das Spielen, Lernen und Erleben der Krippenkinder sind uns wichtig:
- Eine flexible Raumgestaltung im Innen- und Außenbereich
- Entwicklungs- und interessenorientierte, den Bedürfnissen der Kinder entsprechende Angebote
- Vielfältige, aber auch wohldosierte Anreize im Raum- und Spielangebot
- Ausgewähltes Spielmaterial, das den Kindern angemessen ist und in ausreichender Anzahl angeboten wird.
2.4. Tagesablauf
Grundstruktur eines Tages in der Krabbelgruppe
Bedürfnisse der Kinder, aber auch personelle oder organisatorische Gründe können einen Tag in der Krabbelgruppe beeinflussen. Jeder Tag kann sich daher im Sinne der Kinder neu zusammensetzen.
Wir achten darauf, dass jeder Tag möglichst die gleiche Grundstruktur enthält. Dadurch geben wir den Kindern emotionale Sicherheit und Orientierung.
Ein Tag bei uns
- Bis spätestens 8.30 Uhr: Ankommen und persönliche Begrüßung
- Spielphase drinnen - Aufräumen
- Gruppenkreis: Begrüßung in der Gruppe
- 9. 00 Uhr: Frühstück
- Sauberkeit und Hygiene
- 10. 00 Uhr: Spielphase drinnen / wahlweise draußen - Aufräumen
- Lernanreize 10. 30 Uhr - 11. 00 Uhr
- Spiele mit Anleitung 10. 30 Uhr – 11. 00 Uhr
- Sauberkeit und Hygiene
- 11.30 Uhr: Mittagessen
- Sauberkeit und Hygiene
- 12.30 Uhr: Schlafen und Ruhen
- Sauberkeit und Hygiene
- Ab 15. 00 Uhr: Kleiner Imbiss
- Spielphase drinnen / wahlweise draußen
- Lernanreize
- Spiele mit Anleitung
- Aufräumen
- Sauberkeit und Hygiene
- Gruppenkreis zum Tagesschluss 15. 30 Uhr
- Abholen und Abschied bis 16.15 Uhr
2.5. Im Dialog mit den Eltern
Wenn es uns gelingt, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern zu erreichen, finden wir eine gemeinsame Basis für die Betreuung und Erziehung eines Kindes. Für die Zusammenarbeit bieten sich vielfältige Gelegenheiten. Hierzu gehören:
- Der Informationsaustausch in den Kommunikationsbüchern
- Die so genannten „Tür und Angel“-Gespräche
- Elternabende
- Das Café International
- Hospitationen
- Geplante Gespräche über die Entwicklung des Kindes
- Mitwirkung der Eltern als Elternvertreter der Gruppe im Elternbeirat des Kindergartens und der Schule
- Mitwirkung an Feiern und Festen.
Wir möchten in einen lebendigen und regen Austausch mit den Eltern kommen, um somit eine individuell fördernde Betreuung für jedes einzelne Kind schaffen zu können. Individuelle Bildungsziele werden gemeinsam mit den Eltern festgelegt – stets hinter dem Vorzeichen, dass das Kind die Ziele auch erreichen kann.
Curriculum als pädagogischer Orientierungsgeber
Die Welt eines Zweijährigen spiegelt den Übergangscharakter des dritten Lebensjahres wider. Unser Curriculum ist darauf ausgelegt, dem Kind den Übergang von der motorisch-sensorischen Welt eines Einjährigen in eine zunehmend soziale Welt zu ermöglichen. Das Umfeld für unsere 2-jährigen Kinder besteht aus Spiel-, Lern – und Kreativangeboten. Der Bildungsplan für Krippen und Kindergärten ist nicht mit einem schulischen Lehrplan vergleichbar. Im Mittelpunkt steht der Entwicklungsstand jedes Kindes, um einen individuellen Bildungsprozess zu initiieren. Dieser beinhaltet z.B. das Erlernen von sozialen Fähigkeiten, das Einordnen von Sinneseindrücken sowie kommunikative und sprachliche Fertigkeiten. Eine Möglichkeit, wie ein Kind selbstständig auf Bildungsangebote zugeht, ist das Freispiel. Wir bieten es täglich jeweils am Vor – und am Nachmittag in den Spielphasen an. Hier kann es z.B. im Kreativbereich malen, im Baubereich konstruieren oder mit anderen Kindern Theater spielen. Wir bereiten das Angebot und die Materialien vor und unterstützen das Kind und die Kindergruppen. Desweiteren bilden fünf Kompetenzfelder die Grundlage unserer Bildungsarbeit und sind eine Orientierung bei der Erreichung wesentlicher Schlüsselqualifikationen/Bildungsziele. Es sind dies: Ich- Kompetenz, Sozialkompetenz, Lernkompetenz, Sachkompetenz, Kreativität - und damit die Fähigkeit zur Problemlösung.
- Ich - Kompetenz
Jedes Kind soll Vertrauen in die eigenen körperlichen, emotionalen und geistigen Fähigkeiten entwickeln: z.B. Körpergefühl entwickeln, Bewegungen variieren, Gleichgewicht trainieren, Bilderbuchgeschichten folgen, Material sortieren, Gefühle erfahren u.v.m. Wir fördern das Selbstbewusstsein eines jeden Kindes.
- Sozialkompetenz
Jedes Kind lernt, mit anderen zusammen etwas zu tun, vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen, eigene Bedürfnisse mit denjenigen der anderen in Bezug zu setzen, eigene Interessen und die der anderen kennen zu lernen. Es soll lernen können, tolerant zu sein im Umgang mit dem, was ihm fremd ist oder anders erscheint. In Konfliktsituationen lernt das Kind, angemessene Lösungsstrategien zu entwickeln und sich dann wieder offen einer neuen Situation stellen.
- Lernkompetenz
Jedem Kind werden individuelle Lernwege ermöglicht. Wichtig ist dabei, dem Kind bewusst zu machen, welche Ziele es verfolgt. Wir bahnen damit die Fähigkeit zur Selbstorganisation an und unterstützen die Erfolgskontrolle (Portfolio).
Ein Kind lernt in unterschiedlichen Formen:
- Spiel - mit größtmöglichem Maß an Selbstbestimmung und Gestaltungsspielraum
- Arbeit - z.B. Obst schneiden, Fegen, Tisch decken
- Entdecken und Erforschen – Neugierde wecken, Neugierde wach halten
- Handeln und Reflektieren - als Folge von Entdecken, Experimentieren und Erproben - Lernen durch Versuch und Irrtum
- Gestalten - Das Erproben neuer Techniken, die Entwicklung eines „Gewusst-Wie“ und die dadurch entstandenen neuen Fertigkeiten regen einen Lernprozess immer wieder neu an und erstrecken sich über die Bereiche Zeichnen, Malen, Werken, Bauen und Konstruieren, auch im sprachlichen Ausdruck, beim Musizieren, Tanzen und im theatralischen Darstellen. Wir unterstützen und verstärken Originalität und Spontaneität des kindlichen Ausdruck
- Beobachten und Nachahmen – durch Vorgelebtes und Vorgezeigtes. Die besten LehrmeisterInnen für den unmittelbar nächsten Lernschritt sind Kinder (attraktiv durch besonderen Status in der Gruppe), die bereits etwas beherrschen, dass das beobachtende Kind noch nicht so gut, bzw. noch gar nicht kann. Auch das Vorbild der Erwachsenen ist von Bedeutung; aber erst für den nächsten Schritt, der auf den unmittelbar nächsten folgt.
Lernfähigkeit stärkt das Kind für neue Erfahrungen und befähigt es, sich neuen Herausforderungen zu stellen und damit neue Lernwege zu organisieren.
- Sachkompetenz
Alles was ein Kind zu einer bespielten Sache lernt, befähigt es, die Umwelt zu verstehen und zu benennen. Wasser ist nass, Dinge können schwimmen oder gehen unter … usw. Mit einer Vielfalt an Aktivitäten und Angeboten erhalten oder wecken wir die Neugierde und den Spaß am Spielen, am Lernen und am Erleben. Dabei erhält jedes Kind den nötigen Raum und die erforderliche Zeit, um die eigenen Ausdrucksmöglichkeiten zu entwickeln und zu erweitern.
- Kreativität
Kreativität zählt zu den wichtigsten Lebenskompetenzen und meint alle Lebensbereiche. Daher geht die Kreativität auch in der Kinderkrippe über die ästhetische Aktivität hinaus und bezieht sich nicht nur auf den gestalterischen Bereich. Insbesondere ist sie Problemlösungskompetenz. Wir bieten den Kindern einen kreativen Rückzugsbereich, in dem sie verschiedene Materialien vorfinden, mit denen sie frei gestalten und experimentieren können. Eigene Ideen sind uns wichtig – darum nutzen wir nur manchmal Schablonen. Das Materialangebot reicht u.a. von Leuchttischarbeiten über Gestalten mit Papier, alle Arten von Farben bis zu verschiedenen Drucktechniken. Regelmäßig bieten wir Projektarbeit an - Arbeitsergebnisse werden präsentiert.
Die Fachkräfte arbeiten als Vorbild und leiten die Kinder bei der Auswahl und Bearbeitung der Materialien an.
Quellenverzeichnis
- Bildungsplan für Kindergärten des Landes Thüringen
http://www.thueringen.de/imperia/md/content/tmbwk/kindergarten/bildungsplan/th_bp_2011.pdf .
- Sozialgesetzbuch- Kinder- und Jugendhilfe -Thüringer Kindertageseinrichtungsgesetz- ThürKitaG -vom 16. Dezember 2005(GVBl. S. 371)zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes zur Änderung des Thüringer Kindertageseinrichtungsgesetzes und anderer Gesetze vom 4. Mai 2010(GVBl. S. 105.).
- Antje Bostelmann, Michael Fink: Glückliche Krippenkinder – wie Eltern ihre Kinder unterstützen können. Beltz, 2013, ISBN 978-3-407-85964-8.
- Antje Bostelmann: Praxisbuch Krippenarbeit: Leben und Lernen mit Kindern unter drei. Verlag an der Ruhr, 2008. ISBN 978-3-8346-0353-1.
- Das Wiener Kindertagesheimgesetz – WKTHG (CELEX-Nr:392L0051 und 301L0019).
- http://www.wien.gv.at/bildung/kindergarten/pdf/bildungsplan.pdf
Ho Chi Minh City,
April 2015
Anne Zettler
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